Dänemarks Regierung plant ein gesetzliches Handyverbot an allen Grund- und weiterführenden Schulen.
Und das nicht nur im Unterricht, sondern auch in Pausen. Bildungsminister Mattias Tesfaye begründet den Schritt mit Empfehlungen einer Kommission zum Kindeswohl, die übermäßigen Medienkonsum als Bedrohung für Entwicklung und Sozialverhalten sieht.
Schon 9-Jährige täglich bis zu drei Stunden auf TikTok
Laut der Kommission verbringen 9- bis 14-Jährige täglich drei Stunden auf TikTok und YouTube, 94 % nutzen Social Media vor dem 13. Lebensjahr. „Smartphones rauben die Kindheit“, so Kulturminister Jakob Engel-Schmidt.
Kritik kommt von Schulleitern: „Eigenregeln funktionieren – ein Gesetz untergräbt unsere Autonomie2, sagt Dorte Andreas vom Schulleiterverband.
Dänemark reiht sich in eine europäische Trendwende ein
Frankreich verbot Handys 2018 komplett bis 15 Jahre. Norwegen setzte 2024 das Social-Media-Mindestalter auf 15 und testet Schulverbote. Italien, Griechenland und Spanien erlauben Smartphones nur zu Lernzwecken. Und wenn man über Europa hinausblickt: Australien plant ein Social-Media-Verbot unter 16 und verweist auf Studien zu Cybermobbing.
Deutschland: Flickenteppich statt Einheitlichkeit
Während Bayern seit 2023 Smartphones an Grundschulen rigoros verbietet, lässt Niedersachsen Schulen selbst entscheiden.
Eine Umfrage der Robert Bosch Stiftung zeigt: 76 % der Eltern befürworten ein Verbot, um Ablenkung und Mobbing einzudämmen. Doch die Debatte ist polarisiert: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor Technikfeindlichkeit und verweist auf den didaktischen Nutzen – etwa Apps für interaktiven Unterricht.
Druck für europaweite Regeln
Dänemark will die EU-Kommission zu strengeren Vorgaben bewegen, ähnlich der DSGVO. Der dänische Vorstoß zeigt: Ohne klare Leitlinien geht es womöglich nicht, um eine TikTok-Dauernutzung in Schulen in den Griff zu kriegen…
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